Im ersten Quartal 2026 trieb die ProCredit Gruppe die Umsetzung ihrer strategischen Prioritäten in ihren Märkten weiter voran. In diesem Kurzinterview ordnet Chief Financial Officer Christian Dagrosa die Entwicklung des ersten Quartals ein und spricht über die zentralen Themen, die den Start ins Jahr geprägt haben.
F: Christian, wie lässt sich der Start von ProCredit ins Jahr 2026 zusammenfassen
Christian: Wir sind mit einem soliden und ausgewogenen Ergebnis in das Geschäftsjahr gestartet. Die Umsetzung unserer Wachstums- und Transformationsstrategie schreitet gut voran: Im gesamten Geschäft konnten wir eine spürbare Dynamik verzeichnen, getragen von weiterem Wachstum im Kreditportfolio und bei der Kund*innenzahl. Entscheidend war dabei nicht allein das Ausmaß des Wachstums, sondern vor allem dessen Qualität, gestützt durch eine profitable Expansion in ertragreichen Segmenten der Kleinst und kleinen Unternehmen sowie im Privatkund*innengeschäft. Besonders positiv bewerten wir das deutlich beschleunigte Kund*innenwachstum, speziell im Mikro Segment, in dem wir im ersten Quartal rund 3.500 neue Kund*innen gewinnen konnten – etwa viermal so viele wie im Vorjahreszeitraum. Auch finanziell verlief das erste Quartal solide, mit steigenden Zinserträgen und ersten Anzeichen dafür, dass die von uns angestoßenen strukturellen Verbesserungen ihre Wirkung entfalten.
F: Was waren die wichtigsten Treiber für das Wachstum im ersten Quartal?
Christian: Das Wachstum im ersten Quartal wurde klar von unserem Fokus auf Kleinstunternehmen und Privatkund*innen getragen. Unser Kreditportfolio wuchs weiterhin mit guter Dynamik und ist im ersten Quartal um rund 200 Mio. Euro beziehungsweise etwa 2,6 % gestiegen. Mehr als 80 % dieses Wachstums entfielen auf das Kreditgeschäft mit Kleinst und kleinen Unternehmen sowie Privatkund*innen. Mittlerweile machen diese kleinvolumigen Segmente rund 49 % unseres gesamten Kreditportfolios aus, was einem Plus von nahezu vier Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Auf der Refinanzierungsseite sind die Kund*inneneinlagen insgesamt weitgehend stabil geblieben. Wir haben einen leichten Rückgang verzeichnet, der vor allem auf saisonale Abflüsse bei Geschäftskund*innen zurückzuführen war. Die Einlagen von Privat und Mikrokund*innen haben sich währenddessen im Einklang mit dem starken Wachstum der Kund*innenzahlen positiv entwickelt.
Diese beschleunigte Entwicklung der Kund*innenzahlen ist das Ergebnis eines stärker geschärften strategischen Fokus auf die Kund*innenakquise, optimierter Akquisitionsprozesse sowie der schrittweisen Einführung zentraler strategischer Initiativen.
F: Inwiefern spiegeln die Ergebnisse die finanzielle Stabilität und Aussichten von ProCredit wider?
Christian: Insgesamt war der Jahresauftakt solide und ausgewogen. Die kurzfristige Profitabilität bleibt jedoch moderat, da wir uns weiterhin in einer Übergangs- und Investitionsphase befinden und von zusätzlichen Faktoren beeinflusst werden. Dazu zählen unter anderem die geplante Veräußerung der ProCredit Bank Ecuador, ein niedrigerer Provisionsüberschuss im Zusammenhang mit der Einführung des Euro in Bulgarien sowie vorübergehend erhöhte Steueraufwendungen in der Ukraine.
Gleichzeitig sehen wir, dass unsere Transformationsphase greift, und bleiben angesichts der starken Wachstumsdynamik im gesamten Geschäft sowie der guten Fortschritte in wesentlichen strategischen Schwerpunktbereichen zuversichtlich, insbesondere beim Ausbau digitaler Bankinitiativen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, zusätzliche Skalierungspotenziale zu erschließen, profitables Wachstum in ertragreichen Segmenten zu fördern und die Ertragskraft der Gruppe mittelfristig nachhaltig zu stärken.